Hinter 'Dornbirn eingebeetet' steht ein fundiertes Konzept, welches bereits realsiserte Projekte, Forschungsergebnissen zu relevanten Aspekten und detaillierte Pläne zu den hier vorgestellten Punkten beinhaltet. Solltest du dich dafür interessieren oder es in deiner Stadt realisieren wollen, schreib uns einfach ein kurzes Mail - wir lassen es dir gerne zukommen!



MOTIVATION UND ANLIEGEN HINTER Essbare Stadt Dornbirn




MEHR GRÜN FÜR GESUNDES URBANES LEBEN

Seit einigen Jahren rückt das Thema 'Freiraumplanung und Gesundheit' nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Schaffung innerstädtischer Lebensqualitäten und der alternden Gesellschaft wieder stärker in den Mittelpunkt von Stadtentwicklung. Mehrere wissenschaftliche Studien haben sich schon mit den Auswirkungen von Natur und Grünflächen auf die Menschen und die Umwelt beschäftigt und herausgefunden, dass die Bewohner 'grüner Gegenden' oftmals zufriedener und gesünder sind.  


Um einige Studien und Berichte anzuführen, sind im Folgenden die Aussagekräftigsten gelistet:

Green spaces deliver lasting mental health benefits (University of Exeter)

Gartenarbeit erhöht deutlich die Lebenserwartung (Journal of Sports Medicine)

Stadtgrün hilft gegen Stress und Angst (BGL Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V.)

Grün macht müde Hirne munter (Grünes Presseportal DGS)

Grün macht gesund (Deutsches Institut für Urbanistik)

So glücklich machen Parks (Spiegel)

Grün erobert die Stadt (Frankfurter Allgemeine)

Die heilende Wirkung von Natur und Garten (Universität für Bodenkultur)

 


GARTENTHERAPIE - THERAPEUTISCHES & SOZIALES GÄRTNERN

Die Gartentherapie „umfasst den zielgerichteten Einsatz der Natur zur Steigerung des psychischen und physischen Wohlbefindens der Menschen“ und bietet als ganzheitlicher und kostengünstiger Ansatz für verschiedene Klienten (Kinder und Jugendliche, psychosomatisch und psychiatrisch Erkrankte, geriatrisch oder demenziell veränderte Menschen, Rehabilitation mit Suchtkranken usw.)[1]


Um die Wechselwirkung von Mensch und Natur aus therapeutischer Sicht verstehen zu können, ist es hilfreich, die schon immer lebenswichtige Verbindung zwischen Mensch und Pflanze zu betrachten. Etwas „durch die Blume ausdrücken“, die „Früchte der Arbeit ernten“, „aus dem Gröbsten herauswachsen und reifen“, „verwurzelt/entwurzelt“ sein.... um nur einige Beispiele uns geläufiger Bilder und Begriffe zu nennen. Das Miterleben von Naturvorgängen, wie Wachstum, Reifung, Überlebensstrategien, Anpassung, das Entstehen neuen Lebens aus Kompost, Werden und Vergehen, können Menschen helfen, wieder Vertrauen in das eigene Vermögen „natürlich zu funktionieren“ zu gewinnen - Vorgänge in der Natur haben starken symbolischen Charakter. Im Gärtnern nehmen wir Einfluss auf die Gestaltung unserer Umgebung, wir können diese Wirkung mit eigenen Augen sehen. Aufenthalt und Arbeit stimulieren Kontakt, Kommunikation und Interaktion, wirken ausgleichend durch die Wiederherstellung von unwillkürlicher Aufmerksamkeit und Konzentration. Pflanzen reagieren auf uns, wir können beobachten, was wir bewirken, Pflege und Verantwortung übernehmen. Manches macht neugierig, fordert Erkenntnis, Voraussage und Wissen.  


Physiologische Auswirkungen sind unter anderem: Blutdruck, Atemfrequenz und Muskeltonus sinken, die tiefe Atmung wird angeregt, die Durchblutung verbessert sich, der Aufenthalt im Tageslicht wirkt antidepressiv, alle Sinne werden stimuliert. Der Garten bietet Gelegenheit, Spannungen durch Bewegungen abzubauen und aggressive Impulse in sinnvolle Arbeit umzuwandeln. Beständigkeit und Wandel – diese beiden Qualitäten von Pflanzen, von Natur, sind einzigartig und ergeben unter den ergotherapeutischen Therapiegarten-Ansätzen eine ganz besondere Stellung. Der Garten als therapeutisches Angebot mit seinen vielen Möglichkeiten ist von beachtlichem Potenzial. Er bedeutet Ursprünglichkeit, Lebendigkeit, Entwicklung, Veränderung und basale Stimulation vieler Sinnesbereiche: die Vielfalt der Materialien wird eingesetzt, verbunden mit variationsreichen, differenzierten Möglichkeiten an Tätigkeiten, mit differenzierten Haltungs- und Bewegungsmöglichkeiten, verbunden mit grob- wie auch feinmotorischen Herausforderungen.[2]


In Zusammenhang mit der steigenden durchschnittlichen Lebenserwartung, ist die Erfordernis einen Umgang mit der steigenden Anzahl von Demenzerkrankungen zu finden, größer denn je. In diesem Zusammenhang werden auch Naturerfahrungen besonders bedeutsam: Im Umgang mit Pflanzen und Erde, im Kontakt mit Tieren, Fellen, Blumen, Früchten erleben sie vertrautes Terrain. Alte Handlungsweisen, tief im prozeduralen Gedächtnis, werden aufgerufen. Naturerfahrungen werden mit Vertrautheit, Erholung, Entspannung, Anregung, Verbundenheit und Bewegung verbunden. Im Umgang mit Menschen mit Demenz kommt es darauf an, ihnen diese Räume zur Verfügung zu stellen.[3]

 

PRIMÄRERFAHRUNGEN & NATURVERBINDUNG

Primärerfahrungen, also unmittelbare Erfahrungen in direktem Kontakt mit der eigenen Umwelt, werden speziell für Kinder, aber auch für Erwachsene, immer wertvoller. Im Gegensatz dazu stehen Sekundärerfahrungen, welche auch als 'Leben aus zweiter Hand' bezeichnet werden – Erfahrungen, die durch die Beschreibung Anderer kennengelernt werden, wozu größtenteils auch schulischer Unterricht und Medienkonsum gehören.


Innerhalb Dornbirn eingebeetet werden Möglichkeiten zu Primärerfahrungen geschaffen: Dinge mit der eigenen Hand, den eigenen Augen, Füßen, Ohren, dem eigenen Körper zu erfahren: zu erleben, wie die selbst in die Erde gesetzten Samen sprießen und erste Keimblätter daraus hervorbrechen, welche Schmetterlinge auf welchen Blüten landen, wie es ist, einer Spinne beim Bau ihres Netzes zuzusehen und Regenwürmer in der aufgewühlten Erde zu entdecken, wie unter den Radieschenblätter plötzlich rote Knollen aus der Erde drängen und die erst winzigen Köpfchen des Blumenkohls immer größer und größer werden - respektive, wie sich diese Lebewesen und Dinge anfühlen, anhören, wie sie sich unter der eigenen Verantwortung und Pflege, im Wandel der Jahreszeiten, verändern. Im Rahmen der Primärerfahrung eröffnen sich immer wieder neue Perspektiven, zeigen sich neue Seiten, neue Eigenschaften, welche das Kind auf umfassende Weise kennenlernt. Durch die Beobachtung von Tieren und Pflanzen kann das Kind eine enge Verbindung zur Natur entwickeln, welche in seinem späteren Leben zum Maßstab für seine eigene Haltung der Umwelt gegenüber werden wird.


Zahlreiche Studien belegen, dass Primärerfahrungen in der Natur Lebenskompetenzen von Kindern wesentlich stärken kann, was bedeutet, dass Selbstvertrauen, Selbstbehauptung, die Entwicklung von Empathie und Sozialverhalten, psychomotorische Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und zwischenmenschliche Beziehungen, Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz, Widerstand gegenüber Gruppendruck, ein konstruktiver Umgang mit Gefühlen, wie Stress und Angst, kritisches Denken, Problemlösefähigkeiten sowie Entscheidungs- und Handlungskompetenz gefördert werden.

Die Erfahrungswelt der natürlichen Räume bietet einen Ausgleich zu unserer technisierten Umwelt und den Aufenthalt in geschlossenen Räumen, von Computer und Fernseher. Denn die neuen Medien können und dürfen die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Umwelt nicht ersetzen.[4]


Die Gehirnforscher wissen schon seit langem: Die Naturerfahrung ist die Grundlage allen Lernens. Der amerikanische Journalist und Buchautor Richard Louv hat einen Begriff geprägt, der in viele Diskussionen Eingang gefunden hat: den des Natur-Defizit-Syndroms. Dies ist der Preis den wir - vor allem unsere Kinder - zahlen, wenn wir uns von der Natur entfremden, dazu gehören eingeschränkte Sinneswahrnehmung, Aufmerksamkeitsdefizite und höhere Anfälligkeiten gegenüber physischen und emotionalen Beeinträchtigungen, die allesamt die Fähigkeiten reduzieren, ein gutes, glückliches Leben zu führen.


Unter Naturverbindung verstehen wir ein alle Sinne ansprechendes In-Beziehung-Treten mit der natürlichen Umwelt. Im Gegensatz zu konservativer Umweltbildung geht es darum, dass Natur einfach nur erfahren werden darf – ohne dass darin ein Bildungsauftrag gesehen wird. Das Ziel ist nicht Wissen anzuhäufen, sondern gemeinsam bedeutsame und lebendige Erfahrungen zu machen. Durch diese Verbundenheit kann auf natürliche Weise eine Einstellung des Hütens und Erhaltens der Natur entstehen.[5]


„Je mehr Sinne beim Lernen beteiligt sind, desto besser prägt sich einem Kind die neue Erkenntnis ein. Das beste Spielmaterial bietet dabei die Natur. Wenn Kinder zum Beispiel mit Blättern spielen, tun sie das mit mehreren Sinnen gleichzeitig. Sie nehmen den harzigen Geruch wahr, fühlen die Blattadern, unterscheiden verschiedene Farbtöne, verändern die Form des Blattes durch Zerrupfen oder Falten. Kinder lernen also durch unmittelbares Erleben.“ (Gerald Hüther)


 

GÄRTNERA TUAT GUAT

Das Vorarlberger Garten- und Naturerlebnisprojekt des Fachverbandes für Obst- und Gartenkultur Vorarlberg 'Garta tuat guat' zeigt, wie wichtig diese sind, „denn hier wird generationsübergreifend das Verständnis für Lebensmittel, Naturkreisläufe und nicht zuletzt für unsere unmittelbare Heimat geweckt. Gärtla ist weit mehr als der Anbau und die Ernte von Gemüse und Obst für den Eigenbedarf. Speziell naturnahe Gärten bieten die Möglichkeit, die Vielfalt der Natur direkt vor der Haustüre zu erleben und zu unterstützen.", sagt Landesrat Erich Schwärzler über das Projekt des OGV.


Die verschiedenen Projekte des OGV im ganzen Ländle – seien es ein Schulgartenprojekte in Langenegg und Frastanz, ein selbst geplanter Terrassengarten im Schulpädagogischen Zentrum Dornbirn, ein Kartoffel-Projekt in Bezau, St. Anton und Übersaxen oder die "Blüamliaktion" in Sonntag - zeigen auf, welche Faszination das gemeinsame Naturerlebnis auf Groß und Klein ausübt, wie, zu erfahren, woher die Dinge auf unserm Teller kommen, wie sie wachsen und was sie brauchen, doch eines unserer grundlegenden Bedürfnisse darstellt.


Welch Freude es Kindern macht, sich in der Natur zu betätigen, ist in den lachend zitierten Aussagen einzelner Kinder eines Schulgartenprojekts in Wolfurt abzulesen. Wenn ein 8-jähriges Mädchen ausruft: '“Wär i doch scho viel früher ufs Gärtnara ko!“ oder ein Junge die Absicht hat, die Klasse zu wiederholen, weil in der höheren Klasse keine Gartentage mehr vorgesehen sind, sagt das wohl viel.

Bezug und weiterführende Infos unter mingarta.at


 

WERT NATÜRLICHER LERNORTE

Für Pädagogen, Lehrer und Institutionen und Vereine mit den unterschiedlichsten Zielgruppen (Menschen mit Behinderung, ältere Menschen, Familien etc.) würden Orte geschaffen, welche sie im Zuge von Exkursionen, Workshops oder 'Gartentagen' zu verschiedensten Themenbereichen (sei es zu Bienen, Schmetterlingen oder anderen Insekten, Bestäubung, Vögel, Blumen, Gemüse & Obst, Landwirtschaft(-lichen Geräten), Erde, Boden und Bodenlebewesen...) nützen können.


Zudem würde die Inatura anbieten, parallel zu den Außenflächen eine Bespielung ihrer Räumlichkeiten mit thematisch und jahreszeitlich passenden Inhalten zu ermöglichen. Die Direktorin der Inatura, Ruth Swoboda, erzählt von laufenden Anfragen von Lehrern und anderen Pädagogen, welchen ein Ort fehlt, die naturpädagogischen Inhalte ihrer Lehrpläne darstellen zu können: Der Wunsch nach Örtlich- und Möglichkeiten, Kindern beispielsweise die Frühjahrsblüher in der Natur vermitteln zu können, ist groß'."

 


GEMEINSCHAFT & VERNETZUNG IN STÄDTEN

Dornbirn eingebeetet möchte interessierten Menschen, welche keine eigenen Naturflächen zur Verfügung oder Gemeinschaftsgärten in der Nähe haben, ermöglichen, in direkten Kontakt mit Lebensmitteln und Gemüse, dem Bewusstsein für gesunde Ernährung und landwirtschaftlichen Arbeitsvorgängen, zu kommen, im praktischen Tätigsein Naturkreisläufe, Jahreszyklen und Lebenszusammenhänge zu erleben.

Weiters würde ein solches Projekt Austausch und Gemeinschaft innerhalb Dornbirns Bezirken, eine nachbarschaftliche Vernetzung innerhalb der Stadt, ermöglichen. Dornbirn eingebeetet lässt Kinder in der Nachbarschaft zusammenfinden, Eltern Gleichgesinnte kennenlernen, ältere Menschen soziale Kontakte pflegen. Pam Warhurst und Mary Clear, die Initiatorinnen des ersten Essbare Stadt-Projekts in Todmorden (UK), welches für einen weltweiten Anstoß zur Idee der 'Essbaren Städte' sorgte, beschreiben: „Von der Polizeistation bis zum Friedhof herrscht in Todmorden die Atmosphäre eines kollektiven Schrebergartens.“  Sie gründeten die Aktion in erster Linie, um globale Herausforderungen wie den Klimawandel lokal anzugehen und waren von diesen 'Nebenwirkungen' freudig überrascht.


'Social Gardening', soziales Gärtnern, wird gemeinschaftliches (Stadt-)gärtnern manchmal auch genannt, womit gut beschrieben wird, was alles dahinterstehen kann: Nachbarschaftliches, Soziales und Kulturelles werden vereint. Eines ist es aber bestimmt: Gärtnern für Menschen, und zwar für alle.

Der Übergang vom reinen Urban Gardening ist fließend. Social Gardening fängt dort an, wo das soziale Miteinander, der Austausch und das Zusammensein, das Veranstalten öffentlicher Events, eine ähnlich hohe Bedeutung für die Aktivitäten hat, wie das Buddeln in der Erde, Pflanzen und die Pflege des Gartens.[6]

Melanie Lüders beschreibt in ihrer Masterarbeit Die Bedeutung des Urban Gardening für eine nachhaltige Stadtentwicklung eindrücklich, welch großes Potential darin steckt.


 

AKTIVER BEITRAG GEGEN DAS VOGEL- UND INSEKTENSTERBEN

Durch die zunehmende Verbauung und intensive Bewirtschaftung unserer Landschaft fehlt es den Bienen, den Insekten, vielerorts an Lebensräumen, an pollen- und nektarspendenden Blüten, Samen und Beeren, weswegen – wie eingangs schon erwähnt – aktuell eine noch nie dagewesene Gefährdung von Wildbienenarten, Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten zu verzeichnen ist. 


Neueste Studien ergeben, dass auch die Zahl der Vögel auf Feldern und Wiesen in den letzten dramatisch zurückgegangen sind, was auf die fehlenden Insekten als deren Nahrungsquelle zurückzuführen ist. So haben diese Studien gezeigt, dass eine Ansaat von Wildkräutern die Zahl der Insekten ansteigen ließen und dadurch auch unmittelbar die Zahl der Vögel, denen diese als Nahrung dienen. Werden Grünflächen naturnah gepflegt, entwickeln sie sich zu Lebensräumen für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. So kann eine blühende, vielfältige, naturnahe Landschaft innerhalb städtischer Bereiche die Nahrungsgrundlagen von Bienen, Vögeln & Co und damit die Bestäubung für 80 % der heimischen Blütenpflanzen inklusive landwirtschaftlicher Nutzpflanzen lokal sichern.


Studien dazu:

'Artenschwund auf dem Acker' (Umweltbundesamt)

'Insektensterben – und keiner will es gewesen sein' (Spektrum)

'More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas' (Plos One)

'Über zwölf Millionen Vogelbrutpaare weniger in Deutschland' (NABU)

 

Im Idealfall bilden die Grünflächen einer Stadt ein 'grünes Netz', das den ganzen Siedlungsraum durchzieht. Grünflächen sind daher unverzichtbar für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung und wichtiger Bestandteil der modernen Stadtplanung.

Verweis und weitere Infos unter: naturtipps.at und bodenseeakademie.at


 

AKTIVER BEITRAG ZU QUANTITATIVEM UND QUALITATIVEM BODENSCHUTZ

Grund und Boden sind knappe Güter, die eines sparsamen Umgangs bedürfen. In der Realität jedoch ist der Umgang damit in unserem Land nicht wirklich zukunftsfähig. Jeden Tag werden in Vorarlberg im Schnitt 1.500 m2 Grünland in Bauland oder Bauerwartungsland umgewidmet, obwohl mehr als ein Drittel des bereits gewidmeten Baulandes unbebaut ist, was wiederum zu einem sich weiter ausbreitenden Siedlungsteppich führt.

Gleichzeitig zum enormen und steigendem Ausmaß von gewidmetem, ungenutzten Bauland verschwinden die Freiräume in Vorarlberg, auch in Dornbirn, zusehends, sie werden immer kleiner und immer weniger zugänglich. Orte des Öffentlichen und des Gemeinsamen werden zusehends zurückgedrängt und durch kommerzielle und private Räume ersetzt.

Bezug und weiterführende Infos unter: bodenfreiheit.at

Grünflächen sind nicht nur Räume zur Erholung und Entspannung und erhöhen dadurch unsere Lebensqualität – sie haben maßgeblichen Einfluss auf das Stadtklima und das ökologische Gleichgewicht einer Stadt: So vermögen es Grünflächen Temperaturschwankungen zu dämpfen und sorgen so besonders an heißen Sommertagen für Kühlung. Als unversiegelte Flächen sind sie wichtig für den Grundwasserhaushalt der Stadt und zudem filtern sie Lärm und Staub.[7]

 


AKTIVER BEITRAG ZUR MINDERUNG DER FEINSTAUBBELASTUNG

Die Belastung der Luft mit feinsten Staubpartikeln – in der Fachsprache PM10 genannt – ist heute neben der Luftbelastung mit Stickoxiden und Ozon der wesentlichste Problembereich der Luftreinhaltung. In Ballungsräumen und in verkehrsnahen Gebieten sind vor allem bei Inversionswetterlagen im Winterhalbjahr erhöhte Belastungen zu verzeichnen. Die Feinstaubbelastung stellt auch in Vorarlberg ein nicht leugenbares Problem dar. Der Tagesmittelwert von 50 µg/m³ Feinstaub darf ab 2005 an höchstens 30 Tagen im Jahr überschritten werden. Der Grenzwert für das Jahresmittel liegt bei 40 µg/m³. Werden diese Grenzwerte überschritten, sind gemäß IGL Statuserhebungen und Maßnahmenpläne zur Verringerung der Belastung auszuarbeiten. Den Messdaten des Vorarlberger Umweltinstitutes ist zu entnehmen, dass es immer wieder zu Grenzüberschreitungen der Tagesmittelwerte kommt. Zwar ist abzulesen, dass die Feinstaubbelastung in den letzten Jahren deutlich abnahm (2014 waren es noch 48 Tage im Jahr, an denen die Tagesmittelwerte deutlich überschritten wurden) - dennoch gab es in den letzten drei Jahren noch an 16 –28 Tage erhebliche Überschreitungen. Es besteht also Handlungsbedarf. Die Tabellen der einzelnen Jahre sind hier einsehbar.


Die Ergebnisse zahlreicher Studien lassen erkennen, dass Grünflächen (vor allen Dingen natürlich Straßenbegleitgrün) Feinstaubwerte in Städten wesentlich eindämmen können und somit einen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten. Der Einfluss einzelner Pflanzen ist dabei sicherlich sehr bescheiden - bedenkt man jedoch, dass im urbanen Umfeld in Summe große Flächen zur Verfügung für eine potentielle Bepflanzung stehen würden, wird deutlich, dass in der Verminderung des Feinstaubgehaltes der Luft durch Pflanzen ein großes Potential steckt.[8]


Einfluss von Straßenbegleitgrün auf die Feinstaubbelastung (Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau)

Einfluss von Straßenbegleitgrün auf die Feinstaubbelastung (Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau)

Grüne Wände gegen Luftverschmutzung (Fachzeitschrift Environmental Science and Technology, KIT - Karlsruher Institut für Technologie)

Stadtgrün verhindert hohe Feinstaubwerte in den Städten (BGL Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V.)

 


LEBENSWERTE STADT & POTENZIELLE KULTURHAUPTSTADT 2024

Um die Lebensqualität in Dornbirn zu erhalten, sollte die Flächennutzung gut und vorausschauend geplant werden. Die verschiedenen Bedürfnisse, die auf Dornbirns öffentlichen Freiräumen befriedigt werden wollen, sind vielfältig. Wir glauben, dass die von uns angestrebte Nutzung von Naturflächen, einen Großteil dieser Bedürfnisse (das Bedürfnis nach Kontakt mit ursprünglichen Lebensformen, das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit, das Bedürfnis nach Autonomie und Selbstbestimmung, das Bedürfnis nach sozialen Beziehungen, nach Gemeinschaft und Nachbarschaft, das Bedürfnis zu forschen, zu experimentieren und zu lernen, das Bedürfnis sich in natürlichen Stadträumen aufzuhalten, das Bedürfnis natürliche Vorgänge/Rhythmen mitzuerleben, das Bedürfnis um die Herkunft und Produktion von Lebensmitteln zu wissen, das Bedürfnis eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten einzusetzen, das Bedürfnis unseren Kindern eine Verbindung zur Natur zu ermöglichen, ihnen Ausgleich zur alltäglichen Schnelllebigkeit zu schenken, …) abdecken würden.


Im Jahr 2024 ist Österreich zum dritten Mal an der Reihe, Europas Kulturhauptstadt zu stellen. Dornbirn eingebeetet wäre unserer Ansicht nach ein mögliches Projekt für die Stadt Dornbirn, um sich dafür zu bewerben. Eine Teilnahme an der Ausschreibung zur Kulturhauptstadt ist bis Ende 2018 möglich, die in die engere Auswahl gekommenen Städte konkretisieren dann ihre Konzepte und präsentieren dies Anfang Dezember 2019 der EU-Jury. Die Entscheidung, welche Stadt das Rennen macht, wird im Dezember 2019 feststehen.

 


WEITERE POSITIVE NEBENEFFEKTE

·       Förderung des Tourismus

·       Optische Aufwertung der Stadt

·       Kosten- und Zeiteinsparungen (durch beispielsweise extensivere Bewirtschaftung der Blühflächen, durch die fehlende Notwendigkeit, Flächen jährlich neu anlegen zu müssen, durch Einsparung von Arbeitsschritten bei Neuanlage von Flächen, etc.)



Quellen


[1] Donau-Uni Krems, 2018

[2] Integra Wels, 2014

[3] Inatura, 2018

[4] Kiener, 2004

[5] Waldverbunden, 2018

[6] Lüders, 2014

[7] Naturtipps, 2018

[8] Land Vorarlberg, 2018