UNSERE VISION: EIN ESSBARES & BLÜHENDES DORNBIRN


„Die Verbindung von herrlich blühenden Gewächsen,

die man darüber hinaus auch essen kann,

und die die Bürger pflücken dürfen [...]"

Vorreiterstadt Andernach


Essbare Stadt Dornbirn möchte das Konzept der Essbaren Städte um die Miteinbindung von Blühflächen zur Förderung einer bienen- und insektenfreundlichen Gestaltung erweitern. Angesichts der aktuell prekären Situation des Vogel- und Insektensterbens, welches mittlerweile in aller Munde ist, ist es unser Anliegen, die Förderung einer naturnahen, blühenden Kulturlandschaft, welche die Bodenseeakademie mit der Initiative 'Netzwerk Blühendes Vorarlberg' schon jahrelang betreibt, als wesentlichen Part in die Umsetzung des Projekts mit hineinzunehmen.

Langfristiges Ziel ist es, in Dornbirn ein Netz an vielen kleinen essbaren und blühenden Flächen zu schaffen, welche von den Bewohnern (mit möglicher Unterstützung diverser Projekte, Initiativen und Schulen – beispielsweise eines Flüchtlingsprojekts, integra, o.ä.) in Zusammenarbeit mit der Stadtgärtnerei biologisch bewirtschaftet und beerntet werden können. Auch kleine Flächen, wie begrünte Randstreifen, Pflanztröge, bepflanzte Verkehrsinseln und Betoneinfassungen können dafür wichtige Elemente darstellen. Schlussendlich wird natürlich die Stadt das Ausmaß der Bepflanzung auf Dornbirns Flächen definieren – in der von uns angestrebten Version wäre es unmöglich, durch Dornbirn zu gehen, ohne an jeder Ecke auf bepflanzte Flächen, blühende Tröge und buntes Straßenbegleitgrün zu stoßen, sich dieses Anblicks zu erfreuen, zu beobachten, zu verweilen - und nach Herzenslust zu schnabulieren.


WIE SOLL'S WERDEN?

Im Konkreten ist vorgesehen, die Pilotfläche - und in weiterer Folge dann stetig zusätzliche Flächen der Stadt - mit essbaren Wildpflanzen, Gemüse, Kräutern, Beerensträuchern & Obstbäumen, sowie Vogelnährpflanzen und nektar- und pollenreiche Insektenpflanzen unter biologischer Bewirtschaftung zu bepflanzen, welche dann von Jedem und Jeder geerntet werden können. Infotafeln sollen über verwendete Sorten, spannende Fakten zu Insekten, Vögeln, Bodenlebewesen, Bestäubung, biologischer Landwirtschaft etc. informieren. Der Dornbirner Bevölkerung soll es parallel dazu möglich sein, im öffentlichen Raum eingebundenen Privatflächen zur Verfügung zu stellen und ins Projekt einbinden zu lassen. Auf der Website wird ein Tool zu ebendiesem Zweck zur Verfügung stehen.


SPÄTER DANN VIELLEICHT?

Die in der Stadt verteilten Wildpflanzenbeete würden sich für einen weiteren Themen-Stadtspaziergang wunderbar eigenen. Auf einer kleinen Rundwanderung durch Dornbirn könnten Interessierte, Touristen, Schulklassen, etc. in die Welt der heimischen Wildpflanzen -der Bäume, Sträucher und Kräuter - eintauchen, Wissenswertes über deren arzneiliche Wirkung und Verwendungsmöglichkeiten erfahren.


Die Flächen wären außerdem innerhalb des Ansatzes der Gartentherapie nutzbar und würde als kostengünstiger Ansatz für Menschen mit Behinderungen, Demenz, Morbus Alzheimer und sozial bedingte Krankheitsbilder, wie Depressionen oder Traumatisierungen zur Verfügung stehen. Sowohl bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, psychosomatisch und psychiatrisch Erkrankten, geriatrisch oder dementen Menschen oder bei der Rehabilitation Suchtkranker verzeichnet die Gartentherapie große Erfolge und stellt eine ganzheitliche Ergänzung oder Alternative zu herkömmlichen therapeutischen Strategien dar.[1]


ANTWORTEN AUF FRAGEN UNSERER ZEIT

Hinter Essbare Stadt Dornbirn steht ein Konzept, das Antworten auf viele der Fragen unserer Zeit hat: In einer Zeit, in der Schlagworte wie Bienen-, Vogel- und Insektensterben, Psychische Belastungsstörungen und Burnout, Natur-Defizite bei Kindern, Schnelllebigkeit und Stress, Digitale Medien-Sucht, Bodenversiegelung, Feinstaubbelastung in aller Munde sind, stellt dieses Projekt in unseren Augen eine große - und im Wesentlichen einfach umsetzbare - Chance dar.



2013 wurde die Stadt Dornbirn zur lebenswertesten Stadt Österreichs gewählt. Dornbirn war, ist und soll weiterhin Vorreiter und Vorbild sein! Wir wollen uns dafür einsetzen, dass Lebensraum für Mensch und Natur dauerhaft erhalten bleibt bzw. darin verwandelt wird - wir wollen Orte der Begegnung schaffen. Und wer weiß - vielleicht wird Dornbirn damit ja Europas Kulturhauptstadt 2024?


Und so können wir Naturschutzexperte Mario Broggi nur zustimmen, als er meinte: "Der Siedlungsbrei in Vorarlberg kann auch als Chance genutzt werden. Im Mosaik von Gebäuden und Straßen sind noch genügend Freiflächen erhalten." (Naturoasen – Visionen für den öffentlichen Raum)