DAS KONZEPT DER ESSBAREN STÄDTE



WAS GENAU IST EINE ESSBARE STADT?

Weltweit sind immer mehr Städte auf dem Weg, ihre Grünanlagen in essbare Landschaften zu verwandeln und gehen dabei neue Wege. Nach dem Vorreiter, der essbaren Stadt Todmorden in England folgte in Deutschland als Erste die Stadt Andernach am Rhein der Idee einer essbaren Stadt. Und auch in Österreich wurden bereits Projekte initiiert. So sind Wien (Karls Garten), Wels, Linz, Friesach, Leoben, Mürzzuschlag, Übelbach und Innsbruck unter den ersten Städten bzw. Gemeinden, die die Chancen und das Potenzial eines derartigen Projektes erkannten.


Auch einige deutsche Städte können bereits auf eine erfolgreiche Umsetzung des Konzepts der essbaren Stadt zurückblicken: Berlin (Prinzessinnengarten), Kassel, Heidelberg, Halle, Minden, Freiburg, Tübingen und viele andere. In München betreiben mehrere Umweltorganisationen gemeinsam das Projekt 'Green City', welches Aktionen zu Stadtgestaltung, Umweltbildung, Mobilität und Klimaschutz beinhaltet.

 


DIE ERSTEN VORREITER


Todmorden (GB)

Drei engagierte Bürgerinnen und ein Guerillagärtner verwandelten ihr englisches Städtchen mit der Initiative Incredible Edible Todmorden (IET, unglaublich essbares Todmorden) in ein Paradies der Selbstversorgung, dessen Ruf um die ganze Welt ging. Die Bevölkerung besitzt in Gruppen Patenschaften für Gemüsebeete und ein neuer Gemeinschaftsgeist beseelt die Stadt, man trifft sich beim Graben und beim Erntefest. Die Wahrnehmung des Ortes und die Beziehung der Bewohner zum öffentlichen Raum hat sich maßgeblich positiv verändert. Insgesamt hat IET zu einem größeren Zusammengehörigkeitsgefühl geführt, die Bewohner sind stolz auf ihre Stadt. Landwirtschaft und Ernährung hat die Menschen zusammengebracht - Lebensmittel dienen als Instrument um ein gemeinsames Bild von der Zukunft Todmordens zu entwickeln und über globale Probleme zu diskutieren.

Kurz-Video zur essbaren Stadt Todmorden 'Ernten erwünscht' (ca. 4 min.) : www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=60067

 

Andernach (D)

Auch Andernach in Rheinland-Pfalz (D) verwandelt sich seit rund fünf Jahren in eine "essbare Stadt". Auf allen öffentlichen Grünflächen werden Nutzpflanzen angebaut, die alle Bürger ernten können. Nach Einschätzung des Hauptinitiators und Geoökologen Lutz Kosacks, einer der Initiatoren des deutschen Vorzeigeprojekts „..können Stadtentwicklungsprojekte wie Urban Gardening der Politikverdrossenheit entgegenwirken. Wenn Menschen sehen, wie vor Ort etwas gestaltet wird, nimmt die Verdrossenheit ab". Als „Renaissance des Gärtnerns“ wird in Andernach das Bedürfnis vieler Menschen nach einem natürlichen Rhythmus bezeichnet. „Die Menschen wollten selbstbestimmt agieren und etwas gestalten. Die Welt wird immer schneller und komplexer; wir verstehen die Funktionsweise vieler technischer Geräte nicht mehr, ebenso wenig wie viele politischen Themen. Wer eine Pflanze wässere, entkraute, ernte, trete dagegen wieder in eine verständliche Welt ein. Urban Gardening sei auch deswegen ein weltweiter Trend", beschreibt Kosack.

Kurz-Video 'Die essbare Stadt Andernach' (ca. 4 min.): www.youtube.com/watch?v=CSI3ckG5Y9g


Bezug und weitere Infos zum Konzept der Essbaren Städte: www.oegg.or.at/schwerpunkte/die-essbare-stadt, www.zeit.de/2013/36/urban-gardening-essbare-stadt